Kanaren-Azoren

image-1Yeah, geschafft! Mein längster Segeltörn ging zu Ende.

Ca. 960 nm (ca. 1.770 km) liegen hinter uns, incl. Kreuzen, Abdrift etc. die gerade Strecke beträgt ca. 760 nm, aber wer kann schon gerade segeln.
Es war wieder alles dabei, von 0-8 Bft, mehrere Tage völlige Flaute und einem Atlantik mit Wellen wie auf dem Dorfteich. Natürlich hat die 7-Tage Forecast wieder nicht ganz gestimmt. Gestartet in Las Palmas am Freitag Abend in die Nacht hinein, hat es uns gleich voll erwischt: 3-4 m Welle, statt 20 kn, +30 kn bis 40 in Böen. Zu meiner eigenen Überraschung wurde ich zum 1. Mal im Leben seekrank, war aber am 3. Tag wieder o.k. Leider wurden wir zwei Tage von Mayday und später PAN PAN Funkrufen des MRCC Las Palmas  (Martime Rescue Center) begleitet, in denen alle Schiffe aufgefordert wurden, Ausschau nach einer über Bord gegangenen Person bei Teneriffa Nord zu halten. Montag Abend kam der Funk-Relay, man hatte den Body der unglücklichen Person gefunden. Sowas ist immer sehr tragisch und führt vor Augen, wie schnell es geschehen kann, über Bord zu gehen. Die Chance auf rechtzeitige Rettung liegt unter 50 %. Die meisten Opfer überleben die Unterkühlung nicht.
Teilweise war es schönes Segeln, zeitweise ohne Wind aber auch recht nervig. Nachts wurde meist der Wind-Schalter auf Off gesetzt und wir  sind gedriftet, ohne Segel, weit weg vom Land, bei 5000 m Wassertiefe und wurden von den sanften Wellen, die doch ab und zu kamen, so tüchtig hin und her gerollt, dass das Geschirr zusätzlich gesichert werden musste. Gefangen im Azorenhoch! Sehr ärgerlich, wenn man zu einem bestimmten Datum eine Verabredung am Zielort hat und nicht von der Stelle kommt. Motoren ist nur stundenweise eine Option, um in windreichere Gebiete zu kommen. Aber nirgends war bisher der Wind von der Richtung als auch von der Stärke so unbeständig wie hier. Segel rauf, Segel runter…. wir wollten alle Chancen nutzen. Einmal kam ein Hai, gut im klaren Wasser erkennbar, neugierig vorbei, was meine Lust auf ein Bad schnell dämpfte, drehte eine kurze Runde um das Boot und verschwand, auch ein paar Schildkröten ließen sich gemächlich an uns vorbeitreiben. Und zu meiner Freunde auch ein Wal, der unseren Bug in nur ca. 5 m Anstand passierte, um zu anderen Walen zu gelangen, die wir deutlich in einiger Entfernung sehen konnten. Offenbar wurde gemeinschaftlich das Abendessen im Sonnenuntergang gejagt. Wale sind in der Regel nicht aggressiv und weichen aus, man sollte sie aber nicht verfolgen. Die Wale waren gewiss mein persönliches Highlight.
Ein schöner Törn ging zu Ende, nun freue ich mich auf ausschlafen (hatte meist die Nachtwache (01-06 h) und natürlich darauf, die Inseln der Azoren im Sommer zu erkunden.

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